Räumfahrzeug am Flughafen Tegel (Foto Maurizio Gambarini)
28 Nov 2017

Berliner Flughäfen sind bereit für den Winter

Nur zu oft verursachen starke Schneestürme ein wahres Verkehrschaos. Das Flugzeug ist neben der Bahn das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel, um zu den Festtagen zu seiner Familie zu kommen und das Jahr gemeinsam ausklingen zu lassen. Darum haben sich Berlins Flughäfen frühzeitig auf einen harten Winter vorbereitet!

Ein einfacher Blick auf die Wetterprognosen der nächsten Tage reicht um zu sehen, dass sich der Winter dieses Jahr an den Kalender hält. So wurden bereits in der vergangenen Woche in einigen Teilen Deutschlands Temperaturen von unter 0 Grad erreicht und wahre Schneeberge angesammelt – noch jedoch in einer ruhigen Manier. Um einen reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten, haben sich die Mitarbeiter an den Flughäfen Tegel und Schönefeld bereits auf die Wintersaison vorbereitet.

„Wir rufen ständig die Wetterdaten vom Deutschen Wetterdienst und der Wettermanufaktur Tempelhof ab, damit wir nicht von einem plötzlichen Wintereinbruch überrascht werden“, erläutert Volkmar Kroner  in seiner Rolle als Leiter des Flächenservice der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Seit Anfang November befinde man sich in der Wintersaison. „Wann fällt der erste Schnee?, Wann sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt? Das sind Fragen, die uns jetzt täglich beschäftigen.“

Gearbeitet wird aktuell in zwei Schichten und einer nächtlichen Rufbereitschaft. 14 Mitarbeiter werden pro Schicht eingeteilt. Von 6 Uhr früh bis 14 Uhr und von 14 Uhr bis 22 Uhr. In der Zeit von 22 bis 6 Uhr gebe es eine Rufbereitschaft, in der innerhalb von 90 Minuten die Räum- und Streugeräte besetzt und betriebsbereit sein müssen. „Wir arbeiten immer präventiv“, betont Kroner. „Wenn erst einmal Eis auf den Start- und Landebahnen ist, ist es fast zu spät.“ Im Falle von vorhergesagten Blitzeis zum Beispiel, werden bereits 3 Stunden vorab Großflächenstreufahrzeuge auf den Start- und Landebahnen sowie den Vorfeldflächen eingesetzt, um Granulat und Enteisungsflüssigkeit aufzutragen. Für die Enteisung einer Start- beziehungsweise Landebahn brauche man je nach Witterung etwa 30 Minuten, verstreut würden ungefähr zwölf Tonnen Flüssigkeit und sechs Tonnen Granulat. Und nun stelle man sich mal vor, welch eine Auswirkung ein unerwartetes Blitzeis auf den Betriebsablauf hätte!

Stetige Kommunikation zwischen Streutrupp und Tower

Wir haben erstmals alle Großflächenstreufahrzeuge mit einem Streudatenmanagementsystem ausgestattet“, erklärt Kroner. „Auf einem Display sieht der Fahrer, welche Flächen bereits behandelt sind, und der Streuer schaltet automatisch ab, wenn der Fahrer erneut über diese Fläche fährt.“ Die Streumittelmengen ließen sich abhängig von diversen Einflussfaktoren sehr genau dosieren und durch diese Maßnahmen erheblich sparsamer und zielgerichteter einsetzen.

„Wenn während des Flugverkehrs gestreut werden muss, gibt uns der Tower Bescheid, wie viele Meilen das Flugzeug noch entfernt ist“, sagt Kroner. „Wir wissen dann, wie viele Minuten Zeit uns bleiben.“ Bei solchen Manövern ist Timing das A und O.

Am Montag wurde ein neues Großflächensprühfahrzeug in Tegel in Betrieb genommen. „Damit können wir bei etwa 35 Stundenkilometern auf einer Breite von 36 Metern Enteisungsmittel sprühen.“ Insgesamt stehen an beiden Flughäfen 74 flughafenspezifische Räumgeräte zur Verfügung, 35 in Schönefeld und 39 in Tegel. Mit den modernsten Räumzügen lassen sich Schneisen mit einer Breite von 5,3 Metern von Schnee freiräumen.

870.000 Liter Enteisungsflüssigkeit vorrätig

„An den beiden Standorten sind bis zu 390 Mitarbeiter in mehreren Schichten im Einsatz“, sagt Lars Wagner, Sprecher der FBB. „Das sind ungefähr 210 Mitarbeiter der Flughafengesellschaft und ihre Dienstleister für die Flächenräumung und -enteisung sowie etwa 180 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wisag und der Aviation Ground Service Berlin für die Flugzeugenteisung.“ Damit auch alle Flugzeuge im Winter enteist werden können, sind auf beiden Flughäfen etwa 870.000 Liter Enteisungsflüssigkeit vorrätig, 274.300 Liter in Tegel und 496.000 Liter in Schönefeld – eine riesige Menge! Zusätzlich befinden sich 100.000 Liter in einem Notfalllager. Je nach Witterungsbedingungen und Flugzeuggröße werden zwischen 150 und mehreren Tausend Litern Enteisungsflüssigkeit pro Flugzeug benötigt.

Das Enteisungsmittel-Lager am Flughafen Tegel (Foto Maurizio Gambarini)

Das Enteisungsmittel-Lager am Flughafen Tegel (Foto Maurizio Gambarini)

 

Zuerst hatte die Morgenpost über dieses Thema berichtet.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.