Dialog Hafenfest 2017 – 2018
04 Okt 2017

Dialog Hafenfest 2017 – 2018

Am 4.10.2017 fand in der Humboldt-Bibliothek hier bei uns in Tegel ein Dialog zum Hafenfest 2017 – 2018 statt. Die Veranstaltung war öffentlich und so waren neben den Vorsitzenden: Herr Dange (technischer Umweltschutz), Herr Arzig (Veranstalter), Herr Maack(Bezirksstadtrat), Herr Danke(Sprecher der Initiative Contra 10-tägiges Hafenfest) und Felix Schönebeck(Sprecher des Vereins „I Love Tegel“) auch zahlreiche Tegeler anwesend, sodass sich eine Runde aus rund 60 Teilnehmern bildete.

Die Veranstaltung wurde ins Leben gerufen, da in den letzten Jahren eine schlechte Kommunikation der beteiligten Parteien herrschte und man die positive Möglichkeit, den Tegeler Anwohner einzubeziehen, nicht auf dem Sichtfeld hatte oder es einfach versäumt hat.

Herr Maack begrüßte als erster alle Teilnehmer und bedankte sich bei Frau Arndt (Humboldt-Bibliothek) für die Ermöglichung dieser Veranstaltung in den Räumen der Bibliothek.

Nachfolgend gab er einen kurzen Rückblick, wie das Bezirksamt das Hafenfest wahrgenommen hat – grundsätzlich wurde das Hafenfest 2017 als positiver Erfolg betrachtet. Er ist der Meinung, dass es gut ist, wenn gefeiert wird, da in Reinickendorf doch relativ wenig Feste stattfinden, in Anbetracht der zunehmenden Sicherheitsbestimmungen ist dies nicht verwunderlich.

Das Hafenfest 2016 war sehr überfüllt, deswegen wurde dieses Jahr versucht, das Fest auf 10 Tage zu „entzerren“, in den Augen des BA hat dies auch sehr gut geklappt.

Jedoch gab es auch einige Dinge zu bemängeln, dies betrifft insbesondere die Einhaltung der Auflagen, sodass es Konsequenzen für den Veranstalter gegeben habe.

Aus seiner Sicht müsste für das kommende Jahr auf jeden Fall die Zusammenarbeit der Abteilungen mit Augenmerk auf die Kontrolle der Auflagen sowie die Einsatzplanung besser angegangen werden.

Zusammenfassend ist das BA der Meinung, dass sich die 10 Tage Hafenfest nicht bewährt haben und der Veranstalter doch lieber zu 4 Tage Hafenfest zurückkehren sollte.

Als nächster war der Veranstalter Herr Arzig an der Reihe. Er erwähnte, dass bereits von vorneherein die Stimmung zwischen ihm als Veranstalter und den Beteiligten sehr konfliktgeladen, teils sogar giftig gewesen sei. „Besser Sprechen statt Schweigen“, so Arzig.

Trotz einer Laufzeit von 10 Tagen ist er der Meinung, dass dieses Event so tragfähig ist, über die Woche waren etwa 20.000 Besucher vor Ort. Auch die Entzerrung, sowie ein neues Sicherheitskonzept haben sich als gut und bewährt herausgestellt. Im großen und Ganzen traten aus seiner Sicht relativ wenig Probleme auf, jedoch gab es durch die sechs „nicht störenden Tage“ die fast ohne Programm stattfanden, die zwei fehlenden Feuerwerke sowie eine strengere Lautstärke-Begrenzung weniger Gewinne als erwartet, was teils auch am durchwachsenen Wetter gelegen haben könnte.

Viele Kunstgewerbestände haben aufgrund der 10 Tage gefehlt. Trotzdem war das Fest aus seiner Sicht erfolgreich.

Es folgte Herr Danke von der Initiative gegen das verlängerte Hafenfest. Die von Herrn Arzig erwähnte giftige Atmosphäre könnte er definitiv nicht bestätigen, da bereits zu Beginn Gespräche stattfanden, die einigermaßen konstruktiv verliefen. Auch gab es vor Gericht kein „Köpfe einschlagen“, wie es erwähnt wurde. Durch die Annahme eines Vergleichs von Seiten der Initiative aus wurde das diesjährige verlängerte Hafenfest doch noch ermöglicht. Die Anwohner erleben jedes Jahr aufs Neue „Ebbe und Flut“, wobei das Hafenfest als Sturmflut und nach der Ankündigung auf ein 10 tägiges Hafenfest als „Tsunami“ einzustufen wäre.

Aus seiner Sicht verlief das Fest nicht zufrieden stellend. Anstatt der ursprünglichen vier lautstarken Tage waren es diesmal fünf lautstarke Tage, die teils deutlich über dem vereinbarten Lärmpegel lagen. Dazu kommen nicht eingehaltenen Auflagen, die Situation nach Festende und die Nebenerscheinungen, wie die nachhaltige Schädigung der Grünflächen und die Beeinträchtigung der Anwohner. Das von Arzig versprochene Kinderprogramm fand nur marginal statt, die Ausschankzeiten wurden nicht eingehalten und auch am letzten Sonntag gab es ein lautstarkes Bühnenprogramm ,das ordnungswidrig gewesen sei, so Herr Danke. Ebenfalls war das Ordnungsamt aus seiner Sicht überfordert mit den Menschenmassen und nicht ausreichend qualifiziert. Zu bedenken gab er, dass 17 von den 42 Auflagen nicht eingehalten wurden und keine Konsequenzen folgten.

Der vierte Redner, Herr Schönebeck, betonte zu Beginn, dass er nicht als veranstalternah anzusehen ist, obwohl er auf diversen Publikationen vom Hafenfest mit aufgeführt wird und auch auf seiner Website die Veranstalter als Sponsoren mit auftauchen. Durch die ca. 12.000 Follower von der Initiative gab es viel Feedback an ihn, sodass bereits vor dem Hafenfest kontra der geplanten Laufzeit von 10 Tage an ihn getragen wurden, teils in einem sehr feindlichen und herablassenden Rahmen, was definitiv die falsche Tonart für den Umgang miteinander sei. Durch mehrere Umfragen in den sozialen Medien kristallisierte sich das Bild heraus, dass das Fest nicht so schlimm verlief wie anfangs gedacht. Zu den Nebenerscheinungen des Festes gab er zu Wort, dass dies relativ normal ist und überall auf der Welt gang und gebe ist. Auf jeden Fall sollte man aber friedlich miteinander Reden und Kommunizieren.

Es folgte Herr Dange vom technischen Umweltschutz des Bezirks. Die vier beantragten störenden Tage sowie 6 nicht störende Tage (normaler Alltag wird als nicht stören eingestuft) wurden genehmigt. Die Tage Freitag + Samstag waren hierbei die störenden Tage. Nach Zugrundelegung der Messprotokolle verliefen alle Veranstaltungstage im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Emissionstechnisch gesehen lief also alles wie vorgegeben.

Nun hatte jeder der Redner noch einmal Gelegenheit Stellung zu den Äußerungen zu nehmen, es begann Herr Maack, der Verständnis für die Anwohner und die Beeinträchtigung derer äußerte. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass sich das Interesse der Anwohner sowie das der Besucher möglich in einem guten Verhältnis befinden sollten. Das Gesetz gestattet insgesamt 18 störende Tage pro Jahr. Die fehlende Kompetenz des Ordnungsamtes wies er zurück und stimmte dem Personalmangel zu, da ungefähr 1/3 des Ordnungsamtes (in etwa 2 Streifen) auf den Fest unterwegs waren. Herr Arzig betonte, dass Tegel sein Hafenfest braucht und dass die Organisation möglichst im Dialog mit allen Parteien zu einem guten Ergebnis führen soll. Herr Maack gab zu Wort, dass im Rahmen dieses 10 Tage langen festes einige Verstöße gegen die Auflagen durchaus passieren könnten.

Im Anschluss gab es eine Diskussion mit mehreren Publikumsbeiträgen.

An dieser Stelle ein Verwies auf unsere Umfrageergebnisse unter diesjährigen Festbesuchern.

Zum Thema Hafenfest 2018, äußerte sich nun zuerst Herr Arzig. In letzter Zeit wurde intern viel über die Vorstellungen und Möglichkeiten des nächsten Jahres diskutiert, sie kamen zu dem Entschluss für kommenden Jahr nur ein 4 tägiges Fest am dritten Juli Wochenende zu beantragen. Dabei wünscht er sich stetigen Kontakt mit allen beteiligten Parteien. Außerdem möchte er ein weiteres Fest, dreitägig auf dem Kanonenplatz, als zusätzliches Event durchführen, genaues zum Thema und den Modalitäten wurde noch nicht geäußert.

Herr Danke zeigte sich Fassungslos, dass nun im kommenden Jahr noch mehr „störende Tage“, sieben an der Zahl, durchgeführt werden sollen. Herr Schönebeck findet das viertägige Hafenfest nach wie vor als Tradition gut und denkt auch positiv über die Aufteilung auf zwei Feste, jedoch sollte man nicht von vornherein negativ gegenüber neuem, in diesem Falle dem zusätzlichen Fest sein.

Auch hier gab es im Anschluss wieder eine Publikumsdiskussion, bei der vor allem der Wunsch nach mehr „Qualität“ bei den Events bekräftigt wurde. Als Alternative für das Event am Kanonenplatz wurde der Weihnachtsmarkt vorgeschlagen, den man doch mit qualitativen Handwerksständen und einem guten Pendant an Bewirtung zurück nach Tegel bringen könnte.

Es bleibt also spannend bezüglich der Ausgestaltung des Hafenfestes.

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Kommentare

  1. Wir waren im Urlaub auf einem viertagigen Fest , in Deutschland , gewesen.

    Es wurde Live – Musik bis in die Nacht hinein veranstaltet.

    Diese vier kunterbunten Tage wurde von der ganzen Ortschaft mitgetragen und

    unterstützt.Denn …. Alle hatten was davon ( Spaß & Profit ).

    Kleinkariertes Gehabe war nicht wahrzunehmen.

    Leider gibt es wohl den einen oder anderen, der eine gewisse Befriedigung bringt,

    solch einer Veranstaltung , wie dem Tegeler Fest , das Allen was bringt , den Garaus

    zu machen und mit allen Mitteln zu bekämpfen.

    Es ist sehr Schade , dass das in diesem Jahr für die Veranstalter und Aktiven so

    stressing wurde.

    Es war sehr Schade , dass die Geschäfte in jeder Form in der Woche schon um 20

    Uhr zu schließen hatten und wohl auch die Einhaltung genauestens überprüft wurde.

    Gerne hätten wir in den Abendstunden dort noch etwas gegessen , getrunken und Musik

    gehört.

    Und das Bühnenprogramm zu beschneiden und , Na Ja usw.

    Andreas S.

    • MeinTegel sagt: Oktober 6, 2017 at 7:37 pm

      Guten Abend,

      vielen Dank für Ihr Kommentar sowie Ihre Einschätzungen bezüglich des Festes. Wir können nur hoffen, dass die einzelnen Beteiligten an dem Hafenfest das zahlreiche Feedback ernst nehmen und in Zukunft in die Planung einbeziehen werden.

      Ihr MeinTegel-Team

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