Sanierung_Autobahn_A111 (Quelle: RAZ)
30 Nov 2017

Verkehrschaos voraus – Sanierung der A111 erst 2021

Vor kurzem wurde bekannt, dass die Sanierung der Autobahn A111 aufgrund von Verzögerungen erst im Jahr 2021 beginnt. Doch als wäre das nicht schon genug: für denselben Zeitraum ist die Sanierung der U-Bahn-Linie U6 angesetzt.

Eigentlich sollte die Sanierung der Autobahn A111 schon 2014 beginnen und heute (nahezu) beendet sein. Doch bisher passierte nichts. Der Verkehrsstaatsekretär Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) teilte dem CDU-Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen kürzlich mit, dass die „angespannte Personalsituation in der Abteilung Tiefbau“ des Senats der Grund für die Verzögerungen sei. Der Masterplan „Bauen und Verkehr“ werde demnach erst 2018 fertig.

Inzwischen wurde die Planung an die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) vergeben – doch diese befindet sich laut Kirchner erst in der Bauvorplanung. Erste Baumaßnahmen finden „voraussichtlich nicht vor 2021“ statt, hieß es in einer öffentlichen Stellungnahme. Für die 13,3 Kilometer lange Autobahnstrecke von der Landesgrenze bis zum Dreieck Charlottenburg sind bisher grob 750 Millionen Euro kalkuliert. Zu dem Gesamtprojekt gehören neben dem Neubau der Rudolf-Wissel-Brücke die in Reinickendorf befindlichen Tunnel Beyschlagsiedlung, Forstamt Tegel und Tegel Ortskern. Doch der genaue Umfang der Baumaßnahmen ist noch nicht fix, denn derzeit werden rund 260 Ingenieurbauwerke, zum Beispiel Brücken und Tunnel, im Zuge der A 111 auf Schäden untersucht und begutachtet. Erst das Ergebnis dieser Analyse gibt endgültige Auskunft zum Umfang der erforderlichen Arbeiten.

Die Verkehrskonzepte für notwendige Umleitungen sind nach Auskunft des Staatssekretärs noch zu erarbeiten.

Dem CDU-Abgeordneten Zeelen schwant bei dieser Aussicht nichts Gutes: „Es droht ein Verkehrskollaps, sollte die BVG tatsächlich parallel ab 2021 die U6-Trasse zwischen Tegel und Kurt-Schumacher-Platz sanieren.“ Laut Angaben der BVG fand seit 60 Jahren nahezu durchgehende eine Nutzung der Dammstrecke zwischen den U-Bahnhöfen Borsigwerke und Kurt-Schumacher-Platz statt. Die Bauarbeiten mit Streckensperrungen sind für die Jahre 2020 und 2021 geplant, dazu kommt noch der Ersatzneubau der Brücke Seidelstraße sowie die Sanierung der Bahnsteige auf den Bahnhöfen Scharnweberstraße und Holzhauser Straße.

Doch es kommt noch schlimmer: Laut aktuellen Planungen soll die S-Bahnlinie S25 zwischen dem S-Bahnhof Schönholz und Tegel im Mai 2020 eine neue Sicherungstechnik erhalten, die im Herbst 2021 in Betrieb genommen wird. Ein zweites Gleis ist auch geplant, um den von Hennigsdorfern und Reinickendorfern geforderten Zehn-Minuten-Takt fahren zu können. Das könnte dann erstmals im Jahr 2026 der Fall sein.

Wir gehen stark davon aus, dass die zuständigen Planungsbüros diese Engpässe erkennen und sich gemeinsam einen Masterplan überlegen. Der (temporäre) Ausfall aller drei Verkehrsmittel als Anbindung zum Stadtzentrum ist aus unserer Sicht nicht tragbar. Dennoch: es kommen also harte Zeiten auf die Reinickendorfer sowie alle Berufspendler zu. Dann ist viel Geduld und Planung notwendig, um die Bauphasen zu überstehen.

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